von Dr. theol. Karsten Ernst

 

Zwei deutsche Lieder gehören heute unverkennbar mit zu unserem wertvollen christlichen Liederschatz: "Meine Zeit steht in deinen Händen" und "Nun danket alle Gott". Und genau dies verbindet diese beiden Lieder auch ganz eng miteinander.

Doch was wird sichtbar, wenn wir deren Inhalt und die Zeit, in der sie geschrieben worden sind, genauer miteinander vergleichen?

 

In unserer gegenwärtigen Zeit, am letzten Tag des Jahres 1980, entsprang dem Musiker und Texter Peter Strauch dieses schöne und tröstende Lied "Meine Zeit steht in deinen Händen". In dessen Text eröffnet uns Peter Strauch, wie er mit einem neuen kindlichen Vertrauen die Liebe und Treue des himmlischen Vaters zu ihm ergreift und so wieder in dessen Ruhe einkehrt. Es wird ihm dabei nun auch wieder bewusst, dass seine Geborgenheit nur in dem EINEN liegt, in DEM, der alles wenden kann, und erbittet sich von IHM ein festes Herz in IHM.


Und weiter klagt er IHM dann vertrauensvoll, dass es immer schwieriger wird, mit dem Leben fertig zu werden, weil ihm die Sorgen, Mutlosigkeit, Hast, Eile, Zeitnot und der Betrieb, die Sinnlosigkeit und Hilflosigkeit immer mehr gefangen nehmen. So ruft er den HERRN um seine Befreiung und Führung seiner Lebensschritte an.

 

Fast genau 350 Jahre zuvor verfasste der Theologe, Dichter und Kirchenmusiker Martin Rinckart sein Lied. In diesem ruft er dazu auf, Gott für all das darin aufgezählte, von Gott gewirkte gute Tun und dessen wunderbaren SEINS zu danken und IHN dafür zu loben, zu preisen und zu ehren. Sein Text schließt mit ein, den ewig reichen Gott um ein fröhliches Herz und seinen edlen Frieden, um die eigene Erhaltung in seiner Gnade und Erlösung aus aller Not zu bitten.

 

An diese beiden Liedtexten wird Karsten Ernst nun in seiner Ausarbeitung eine gewichtige Messlatte ansetzen, nämlich die Verse drei bis sechs des ersten Kapitels des Briefes des Apostel Paulus an die Epheser, um dadurch klare Spiegelbilder der Haltung der erweckten Christen heutiger und jener Zeit zu erhalten. Dabei bewegt er sich gleichzeitig wieder in seinem Element, nämlich der Geschichte.

 

Mit dieser Messlatte stellt der Theologe in seinem Vortrag nun beide Lieder analytisch gegenüber. Dabei werden die charakteristischen Merkmale dieser und jener Zeit ganz deutlich hervorgehoben, also die Merkmale, welche die äußerlichen und innerlichen Umstände im Leben dieser beiden Autoren zum Zeitpunkt des Textens dieser Lieder bis dahin prägten.

 

Daraus resultierend, beinhaltet auch dieser interessante Vortrag wieder eine kräftige und tiefgreifende Predigt, die unbedingt zu unseren Herzen sprechen will. 

 

Vortrag 

 

 

Fragen und Antworten

von Dr. theol. Karsten Ernst
 
Wir bauen unseren Glaubensvätern stolz Grabmäler und schmücken uns mit deren Namen. Doch begreifen wir eigentlich auch was diese Männer gelehrt, gelebt und gelitten haben? 
 
Lernen wir aus der Biographie eines Mannes, von dem 1300 Predigten überliefert sind, der 59 Werke geschrieben und in den letzten 
15 Jahren seines Lebens 2300 Predigten gehalten hat und dennoch von sich selber sagte: "Ich habe es nicht weit gebracht.", "Es ist nicht wert, dass man mir einen Grabstein setzt." und welcher betete: 
 
"Mit deinem Urteil, o allmächtiger Gott, stehen und fallen wir. Gib, dass wir uns unserer Schwachheit und Ohnmacht bewusst sind. 
Lass uns immerdar bedenken, dass unser Leben wie ein Schatten ist, ja, dass wir nichts sind ganz und gar. Lass uns lernen, in dir allein zu ruhen und von dir allein, von deinem Wohlgefallen abhängig zu sein. In deiner Hand liegt es, das Werk unseres Heils anzufangen und zu vollenden. Da gib, o Gott, dass wir uns mit Furcht und Zittern dir unterwerfen und Deiner Berufung auch fernerhin folgen. Verleihe, dass wir dich stets anrufen und alle unsere Sorge auf Dich werfen, bis wir endlich allen Gefahren entronnen sind, zur einer ewigen seligen Ruhe kommen, die uns erworben ist durch das Blut Deines eingeborenen Sohnes." 
 
Wieder sehr prägnant bedient sich Karsten Ernst diesmal der Geschichte des französischen Reformators Jean Cauvin, zu 
Deutsch: Johannes Calvin. Auch in diesem Gottesdienst gelingt es ihm erfolgreich ein Menschenleben der Vergangenheit in unser modernes Leben und Denken hinein zu projizieren. Anhand dessen möchte er uns zeigen, dass es damals, wie heute derselbe Rechte Maßstab ist, woran wir selbst beurteilen können wer wir sind. Er will hierdurch in unser Bewusstsein rufen, dass Gott damals, wie heute Menschen nach seiner Wahl bestimmt und benutzt, und dass es damals, wie heute nur einen einzigen Festen Grund gibt, auf dem wir unser ewiges Dasein sicher gründen können und ohne dieses Fundament alles in unserem Leben gelebte umsonst gewesen sein wird.
 
 Download
 
 Johannes 1,29-37
 
von Dr. theol. Karsten Ernst
 
„… Sünde …“? Dies ist doch wohl - aus der allgemeinen heutigen Sicht - eher ein langweiliger, ja altmodischer und bei manchen von uns sogar absolut überholter Begriff. In dem Einen oder Anderen kommt beim Reflektieren dieses Wortes vielleicht ein bitterer, abstoßender Geschmack auf, ein Geschmack aus düsteren, längst vergangenen Zeiten unserer Menschheitsgeschichte, insbesondere aus denen, in dem „heilige“ Inquisitionen an der Tagesordnung gewesen sind. Ein Anderer versteht diesen Begriff nur im Verniedlichen einer Übertretung seiner sich selbst gesteckten Ziele diätetischer Ernährungsweisen. Ein Dritter versteht die Bedeutung von „Sünde“ als eine Spaßbremse einer längst überholten Kirche. Wiederum ein Anderer hat vielleicht schon eine, wenn auch nur leise Ahnung davon, was „Sünde“ bedeuten könnte, weil eine möglicherweise auch noch tief im Inneren verborgene Schuld sein Gewissen schon seit langem plagt.
 
Gleich im ersten Abschnitt dieses Vortrags ringt der Theologe äußerst mühevoll darum, die verschiedenen Klischees von diesem Begriff verständlich zu beseitigen und seinem Zuhörer - anhand des Wortes unseres Schöpfers, der Bibel - die „Sünde“ wieder als das zu definieren, was sie wirklich ist. 
 
Wenn Du - egal wer Du auch bist - Dir Deiner irdischen Vergänglichkeit bewusst bist, dann solltest Du Dich dieser Thematik auf gar keinem Fall entziehen, auch wenn Deiner Natur solch ein Wermuts-Trunk überhaupt nicht schmeckt. Denn der Apostel Johannes sagt in seinem Evangelium im Kapitel 8, Vers 32, dass das Erkennen der Wahrheit frei macht. 
 
Und Du, der Du Dich bis heute noch einen „Dreck“ um solche Dinge scherst und Du Dich vielleicht hinter Deiner bisherigen Weltanschauung und Deinem selbsterdachten Gottesverständnis vor dem allen versteckst, verschließ Dich doch bitte nicht weiterhin davor. Denn es könnte Dir womöglich dabei aufgehen, dass dies eine mehr als nur beunruhigende Realität ist, die Dir bereits näher ist, als es Dir lieb ist. 
 
Erst wenn in Deinem Herzen - wenn auch zunächst vielleicht noch ganz leise - aufgegangen ist, welche Bedeutung die Sünde in Deinem Leben hat, dann wirst Du echte Freude finden, wenn im zweiten Abschnitt dieser Predigt über das „…Lamm Gottes, dass der Welt Sünde trägt!“, gesprochen wird.
 
 
von Dr. theol. Karsten Ernst
 
Der Engländer und Sohn eines Kapitäns, John Henry Newton, lebte von 1725 bis 1807, einer Zeit neuer Philosophien, insbesondere aber der Seefahrt. Er trat schon in seiner Jugend in die Fußstapfen seines Vaters und wurde selbst ein erfahrener Seemann.
 
Viele von uns stellen sich heute vielleicht unter der damaligen Seefahrt die Romantik und das Abenteuer vor, die große weite Welt 
zu entdecken. Doch zu dieser Zeit war es anders. Die Fahrten auf Hoher See, auch unter Britischer Flagge, waren einer turbulenten Zeit ausgesetzt, in welcher der Seestaat und der Seekapitalismus auftauchten, wo Piraterie auf der Tagesordnung stand. Es war die Zeit heftiger Schlachten zwischen den verschiedenen europäischen Mächten, die versuchten ihre Souveränität auf den Meeren zu behaupten. So war es zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert dringend erforderlich, Arbeitskräfte für den Schiffbau und Seeleute zu ihrer Bemannung zu mobilisieren. *
 
Ein damaliger Zeitgenosse, Dr. Samuel Johnson, schreibt dazu: "Kein Mann will ein Seemann werden, wenn er es bewerkstelligen kann, in ein Gefängnis zu gehen."
 
Hier, in dieser von Karsten Ernst sehr interessant und lehrreich aufgearbeiteten Biographie, geht es um die Folgen des Gebetes einer Mutter für Ihren Sohn, welches erst 25 Jahre später erhört wurde. Sie handelt von dem bewegenden Schicksal eines, durch sein - zusammen mit dem Dichter William Cowper -  geschriebenes Lied "Amazing Grace" (Deutsche Fassung: "Oh Gnade Gottes, wunderbar") und wegen seines Einsatzes zur Abschaffung des Sklavenhandels weltweit bekannt gewordenen Mannes. Das ist die Geschichte des einst ungläubigen und zügellosen Mannes, der zuerst daran gearbeitet hatte den Glauben zu zerstören und dann zu einem Verfechter der Wahrheit Gottes, seiner Gnadenbotschaft wurde. 
 
Wir erfahren in dieser Geschichte wie merkwürdig und geduldig Gott mit Einem umgeht, welchen ER begnadigt hat. Newton musste selbst erst ein Diener von Sklaven werden, musste leidvoll erkennen, dass der Mensch sich selbst nicht ändern kann und am eigenen Leibe spüren, welche Macht die Sünde in einem Leben hat. 
 
Im letzten Viertel seines Vortrages zieht der Autor das Résumé aus dem Leben des John Newton. Er erklärt uns, warum es so wichtig ist von diesem Mann zu lernen. Dazu zieht er insbesondere die Worte des Apostels Paulus aus seinem zweiten Brief an Timotheus im dritten Kapitel hinzu, woraus er dann unter anderem auch die Antwort auf die Frage nach dem Geheimnis schöpft, wie Gott ein göttliches Wort durch die Individualitäten der einzelnen Autoren der Bücher der Bibel schuf und es verkündigte, ohne es diesen Menschen zu diktieren.
 
 
1. Petrus 4:12-14
 
von Dr. theol. Karsten Ernst
 
"Ihr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden (die euch widerfährt, dass ihr versucht werdet), als widerführe euch etwas Seltsames; sondern freuet euch, dass ihr mit Christo leidet, auf dass ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet über den Namen Christi; denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruht auf euch. ..." 1. Petrus 4:12-14
 
Karsten Ernst beschäftigt sich hier ganz intensiv mit der Frage, warum Gott gerade auch bei seinen Kindern Leid zulässt. Er erklärt uns, wozu wir, seine Kinder, das Leid sogar brauchen. Seine Worte richten sich insbesondere an uns Christen, aber auch an die Menschen, an welchen Gott, der HERR, bereits angefangen hat zu arbeiten. 
 
Strophe für Strophe des rechtsseitig aufgeführten sechsstrophigen Auszuges eines bekannten Liedtextes von Johann Daniel Herrnschmidt werden hierbei auseinander genommen, denn dieser Text beinhaltet alles, was ein Kind Gottes braucht, um das ihn heimsuchende Leid zu verstehen. Drei fundamentale Wahrheiten über den Stand eines von Gott angenommen Menschen in dieser diesseitigen Welt werden dabei aufgegriffen und mit Blick auf die zukünftige Welt analysiert. 
 
Wenn wir die biblisch fundierten Gedanken dieser Predigt begreifen, werden wir nicht mehr das Lächeln und die Freude künstlich aufsetzen müssen, wo doch real gar nichts davon da ist und wir stattdessen mit Schmerz, Angst, Verzweiflung und Verbitterung zu kämpfen haben, sondern werden endlich zu einer echten Freude auch in unserem Leid kommen dürfen.
 
Gott will´s machen, dass die Sachen 
gehen wie es heilsam ist.
Lass die Wellen drohen und schwellen, 
wenn Du nur bei Jesus bist.
 
Glaub nur feste, dass das Beste
über Dich beschlossen sei.
Wenn dein Wille nur ist stille
wirst Du von dem Kummer frei.
 
Willst Du wanken in Gedanken,
fass dich in Gelassenheit.
Lass den Sorgen, der auch morgen
Herr ist über Freud und Leid.
 
Gottes Hände sind ohne Ende
seine Allmacht hat kein Ziel.
Ist´s beschwerlich, scheints gefährlich,
Deinem Gott ist´s nicht zu viel.
 
Wenn die Stunden sich gefunden,
bricht die Hilfe mit Macht herein;
um dein Grämen zu beschämen,
wird es unversehens sein.
 
Amen, Amen in dem Namen 
meines Jesus halt ich still.
Es geschehe und ergehe, 
wie und wann und was Er will!