Glaubensbekenntnis der Bekennenden Evangelische Gemeinde Cottbus


Dieses Glaubensbekenntnis dient als Hilfe zur Orientierung und fasst in kurzen Worten zusammen, was wir als Gemeinde im 21.Jahrhundert glauben. Es nimmt Bezug auf aktuelle Fragen, die im Licht der Schrift beantwortet werden.
Diese Theologische Erklärung wurde im Jahr 2000 von der BEG Hannover formuliert und von uns mit kleinen Abänderungen mit deren Erlaubnis übernommen.
Form und Inhalt sind bewusst an traditionelle Bekenntnisse angelehnt. Damit soll auch zum Ausdruck kommen, dass wir in der Kontinuität der Kirche der Reformation stehen.

  1. Übereinstimmung mit der Schrift und den Vätern im Glauben
  2. Von der Offenbarung und der Heiligen Schrift
  3. Von Gott
  4. Von der Schöpfung
  5. Von der Sünde
  6. Von Jesus Christus
  7. Vom Heiligen Geist
  8. Von der Kirche
  9. Vom Menschen
  10. Von den Gnadenmitteln
  11. Vom Glauben
  12. Von der Rechtfertigung
  13. Von den Werken
  14. Von den Geboten Gottes
  15. Von den letzen Dingen
  16. Von der Erwählung

1. Übereinstimmung mit der Schrift und den Vätern im Glauben
Quelle und der Grund unseres Glaubens ist die Offenbarung des dreieinigen Gottes. Diese ist verbindlich festgehalten in der Heiligen Schrift. Wir sehen uns in der Kontinuität der Alten Kirche und der Kirche der Reformation. Wir bejaen das Apostolikum und den Heidelberger Katechismus, sowie den Katechismus von Luther. Lediglich die Tauffrage würden wir offenlassen, weil es da unter bibeltreuen Theologen keine Übereinstimmung gibt. Diese Bekenntnisse ordnen sich vorbehaltlos der Autorität der Heiligen Schrift unter. In deren Glaubenslinie steht auch die Berliner Erklärung des 20.Jahrhunderts, die wir bejaen.


2. Von der Offenbarung und der Heiligen Schrift
Die Offenbarung Gottes, durch die Gott sich dem Menschen zu erkennen gegeben hat, umfaßt sowohl die in der Heiligen Schrift aufgezeichnete Geschichte als auch deren Auslegung durch die Heilige Schrift selbst. Sie greift in mehreren Aussagen der Schrift über bereits Geschehenes hinaus auf die Zukunft und die neue Schöpfung. Vollendet wird sie in der Sendung seines Sohnes Jesus Christus und der Ausgießung seines Heiligen Geistes. Das Kommen Jesu Christi wird im Alten Testament vorbereitet und im Neuen Testament als geschehen bezeugt. Die Offenbarung Gottes ist einmalig. Sie unterscheidet sich in Gesetz und Evangelium. 
Wir bekennen, dass die Heilige Schrift von Gott bis in den Wortlaut hinein durch den Heiligen Geist geredet worden ist. Sie wurde von berufenen Menschen aufgeschrieben und ist um der Wahrheit Gottes willen in allen Aussagen wahr und vertrauenswürdig. Allein die Schrift genügt, um dem Menschen Anteil zu geben an dem in Christus vollbrachten Heil. Sie ist in ihren Aussagen und Absichten klar, begründet den Glauben an Jesus Christus und ist die ausschließliche Norm für Lehre und Leben.
Wir verwerfen die Lehre, es gebe spezielle Offenbarungen Gottes außerhalb der in der Heiligen Schrift bezeugten und verbindlich gedeuteten Geschichte. 
Wir verwerfen die Lehre, die Heilige Schrift enthalte nicht alle Bedingungen zu ihrem rechten Verständnis in sich selbst. Daher lässt sie sich nicht erst durch Bezug auf menschliche Traditionen oder durch ihre Unterwerfung unter sogenannte kritisch-wissenschaftliche Forschung recht verstehen.
Wir verwerfen ferner die Lehre, die Bibel enthalte Irrtümer oder Aussageabsichten, die dem klaren Wortlaut nicht zu entnehmen sind oder ihm widersprechen. 


3. Von Gott 
Wir bekennen den einen, dreieinigen und ewigen Gott, Vater, Sohn, und Heiligen Geist, in drei Personen gleichen Wesens, und doch ein Gott. 
Wir bekennen, dass Gott allmächtig, allwissend und allgegenwärtig ist und heilig, gerecht und voll Liebe zum Sünder. Er ist jedoch zornig gegenüber dem, der seinem Wort nicht glaubt. 
Wir verwerfen die Lehre, Gott sei eine unpersönliche, anonyme Kraft und Gottes Zorn und Gericht sei nicht wirklich. 


4. Von der Schöpfung 
Wir bekennen, dass der dreieinige Gott am Anfang die Welt in 6 Tagen von je 24 Stunden geschaffen hat und noch erhält. Die Schöpfung war ursprünglich sehr gut. Die geschöpflichen Unterschiede zwischen Mann und Frau; zwischen Mensch und Tier sind gottgewollt, wie auch die Leiblichkeit des Menschen.
Wir verwerfen die Lehre, das Universum sei während langer Zeiträume aus sich selbst heraus entstanden oder Gott habe es durch diese Zeiträume sich entwickeln lassen. 
Wir verwerfen die Lehre, die Erde sei ein in sich selbst gründendes oder von einer unpersönlichen Kraft durchwaltetes, die gottgewollten Unterschiede aufhebendes Ökosystem. 


5. Von der Sünde 
Wir bekennen, dass durch den konkreten Ungehorsam des ersten Menschenpaares die Sünde in die Welt gekommen ist. Die Sünde in ihrem Wesen besteht darin, wie Gott zu sein und gegen Gottes Gebot frei bestimmen zu wollen, was Gut und Böse ist. Bedingt ist die Sünde sowohl durch die Versuchung von seiten des Satans als auch durch den Ungehorsam des Menschen.  Sie zieht die zuvor angekündigte Bestrafung mit dem Tod nach sich. Die vollständige Verkehrung des Menschen im Blick auf sein Verhältnis zu Gott ist Folge der Sünde. Sie wird durch Gottes Gesetz erkannt.
Wir verwerfen die Lehre, die Sünde sei primär ein innerweltliches Übel, das in dem freien Entschluß des Menschen begründet ist. Sie ist auch nicht durch psychische Faktoren zu erklären oder durch psycho- bzw. soziotherapeutische Verfahren zu beheben.


6. Von Jesus Christus 
Wir bekennen, dass Jesus Christus von Ewigkeit her der Sohn Gottes und Gott in Person ist. Er wurde Mensch, indem er durch den Heiligen Geist empfangen und von der Jungfrau Maria geboren wurde. Durch seine Worte und Werke, Zeichen und Wunder wurde er als der von Gott im Alten Testament verheißene Messias erwiesen. 
Wir bekennen, dass Gott in seiner Gnade durch ihn das Evangelium offenbart hat. Er litt stellvertretend für die Menschen  Sühne und Strafe für ihre Sünden am Kreuz von Golgatha.
Am dritten Tag nach seinem Tod und Begräbnis stand er leibhaftig auf und nach weiteren vierzig Tagen fuhr er in den Himmel auf. Von dort aus regiert er die Gemeinde und die Welt und wird leibhaftig sichtbar wiederkommen.
Wir bekennen, dass Gott in ihm den Neuen Bund geschlossen und die Zusage der Vergebung und des ewigen Lebens allen Menschen zugänglich gemacht hat. 
Wir verwerfen die Lehre, neben Jesus gebe es andere Wege zu Gott, Jesus sei nur Mensch gewesen, seine Gottheit bestehe nur in seiner besonderen Religiosität und deren Auswirkungen. Wir verwerfen, er habe den Menschen nur ein Vorbild geben wollen, sein Tod sei keine stellvertretende Strafe und seine Auferstehung sei nicht wirklich geschehen, sondern als ein bloßes "Weitergehen der Sache Jesu" zu verstehen. 


7. Vom Heiligen Geist 
Wir bekennen, dass der Heilige Geist ebenso wie der Vater und der Sohn Gott ist. 
Wir bekennen, daß er Christus verherrlicht.Eer wirkt in der Erhaltung der Schöpfung, in den Fakten der Heilsgeschichte und hat die heilige Schrift inspiriert.Durch ihn geschieht die Zueignung des in Christus vollbrachten Heils indem er die Herzen erleuchtet und den Glauben an das Evangelium wirkt. Er wohnt in den Glaubenden, verleiht Gaben zum Dienst und baut die Gemeinde auf.
Wir verwerfen die Lehre, der Heilige Geist sei eine unpersönliche Kraft, die die Menschen überwältige. Er kann nicht in verfügbarer Weise besessen werden und manifestiert sich nicht notwendig in außergewöhnlichen Ereignissen und Erlebnissen. 


8. Von der Kirche (Gemeinde) 
Wir bekennen, dass es die eine, heilige christliche Kirche gibt, deren wahre Glieder vor Grundlegung der Welt in Christus erwählt wurden. Sie versammelt sich als Bundesvolk Gottes aus Israel und den Heiden in der Welt. Durch die Predigt des Evangeliums wird die Gemeinde gebaut. Die Sakramente (Taufe und Abendmahl) werden nach dem Willen ihres Herrn in ihr gebraucht. Sie steht im rechten Glauben an Jesus Christus, lebt in der Liebe und hofft auf ihre Vollendung bei der Wiederkunft Christi.
Wir verwerfen die Lehre, die Kirche sei automatisch dort, wo sie bloß formal-rechtlich als Institution Kirche zu sein beansprucht oder sich einer Kirchenleitung zuordnet.Kirche ist nicht da, wo die Sakramente bloß äußerlich vollzogen werden und sie ist nicht eine Religionsgemeinschaft aus menschlichem Willen heraus. Sie ist auch nicht Kirche aufgrund ihres Strebens nach ethischer Vollkommenheit.

 

9. Vom Menschen 
Wir bekennen, dass der Mensch als Mann und Frau bleibend als Abbild Gottes geschaffen ist und im Gehorsam zu Gott über die Schöpfung herrschen soll. Er wurde aber durch den Sündenfall in seinem Wesen und seiner Veranlagung derart verkehrt, dass er im aktiven Aufstand gegen Gott lebt. Damit kann er weder vor Gott Anerkennung finden, noch in rechter Weise mit der Schöpfung umgehen und ist infolge der Sünde verloren. 
Wir verwerfen die Lehre, der Mensch sei in seiner Würde der übrigen Schöpfung lediglich gleichgestellt. Seine Leiblichkeit ist nicht minderwertig und er hat keinen guten Kern in sich. Zu seinem Heil kann er Nichts beitragen.

 

10. Von den Gnadenmitteln 
Wir bekennen, dass Gott dem Menschen das in Christus vollbrachte Heil durch das äußere Wort zueignet. Die vom Wort getragenen Sakramente Taufe und Abendmahl bezeugen und besiegeln die Zusage seines Gnadenbundes. Durch sie wird der Mensch im Glauben gestärken und vergewissert. Wir bekennen uns zur Möglichkeit der Taufe unmündiger Kinder wie zur Taufe Mündiger, nachdem diese ihren Glauben bekannt haben. 
Wir bekennen, dass die Gnadenmittel demjenigen, der sie nicht im Glauben empfängt oder gebraucht, zum Gericht werden. 
Wir verwerfen die Lehre, das Heil werde durch eine direkte und innere, über das Wort und den Glauben des Herzens hinausgehende Wirkung des Heiligen Geistes zugeeignet. Das Heil wird nicht durch den bloßen äußerlichen Gebrauch der Sakramente vermittelt und ist nicht die Folge einer äußeren religiösen Übung. 
Wir verwerfen die Lehre, die Sakramente seien ohne Glauben heilswirksam (Taufwiedergeburt), oder sie hätten nur den Charakter eines subjektiven Bekenntnisses.

 

11. Vom Glauben 
Wir bekennen, dass Gott den Menschen durch sein Wort zur Umkehr ruft und in seinem Herzen den Glauben schafft, der Christus ergreift. Der Glaube vertraut den Zusagen Gottes in seinem Wort und hat aufgrund der Wahrhaftigkeit Gottes Gewissheit. Sowohl die Zuversicht zum Gebet als auch eine neue Gesinnung beinhaltet der rechte Glaube. Er bejaht die Gottes Gebote und verneint die Sünde.
Wir verwerfen die Lehre, der Mensch könne aus sich heraus glauben und der Glaube sei ein Gefühl oder nur ein Bewusstseinsakt.

 

12. Von der Rechtfertigung 
Wir bekennen, dass die Rechtfertigung ein gnädiger Rechtsakt Gottes ist. Gott rechnet dem Sünder, den er zum Glauben an Christus erweckt hat, die im Sühnopfer Christi gewirkte, vollkommene Gerechtigkeit zu. Er vergibt ihm die Sünden  und nimmt ihn in seine Gemeinschaft auf. Der Mensch hat durch den Glauben zu jeder Zeit einen bedingungslosen Zugang zu dieser Wirklichkeit in Christus.
Wir verwerfen die Lehre, Gott spreche das Rechtfertigungsurteil unter Ansehung der ethischen Leistungen oder anderer Eigenschaften des Menschen zu.
Wir verwerfen den Missbrauch der Rechtfertigungslehre zur Regelung sozialer oder politischer Verhältnisse oder zur Legitimierung von Sünde.


13. Von den Werken 
Wir bekennen, dass die Werke, die Gott gefallen, vom Heiligen Geist gewirkte Früchte rechten Glaubens sind und dass sie getragen sind von der Liebe zu Gott und zum Nächsten. Diese geschenkte Liebe gehorcht den Geboten Gottes nicht nur äußerlich, sondern von Herzen. Wir bekennen, dass der Christ im Glauben an Christus der Sünde widersteht, aber aufgrund der in ihm wohnenden Sünde in diesem Leben keine ethische Vollkommenheit erlangt. 
Wir verwerfen die Lehre, die Werke des Gläubigen seien Ausdruck einer im Menschen angelegten Fähigkeit oder es gebe rechten Glauben ohne Werke. 
Wir verwerfen die Ansicht, gute Werke seien die Bedingung für eine tiefere Erfahrung der Gnade.

 

14. Von den Geboten Gottes 
Wir bekennen, dass die Zehn Gebote wie sie im Kleinen Katechismus M. Luthers und dem Heidelberger Katechismus erklärt sind, Grundlage der christlichen Ethik sind. Wir bekennen, dass die auf Lebenszeit eingegangene Ehe die von Gott gestiftete Form des Zusammenlebens von Mann und Frau ist. 
Wir verwerfen die Ansicht, dass der Mensch aus sich heraus wissen und entscheiden könne, was gut und böse sei. 
Wir verwerfen die Ansicht, geschlechtliche Beziehungen vor oder außerhalb der Ehe einschließlich gleichgeschlechtlicher Verhältnisse seien erlaubt und keine Sünde. 
Wir verwerfen die feministische Ideologie und verneinen das Recht der Frau zum öffentlichen Lehr- und Leitungsamt in der Gemeinde.

 

15. Von den letzten Dingen 
Wir bekennen, dass die an Christus Gläubigen nach ihrem Tod in der Herrlichkeit des ewigen Lebens und der neuen Schöpfung bei Christus sein werden. 
Wir bekennen, dass Christus am Ende der Zeit sichtbar wiederkommen wird, um die Lebenden und die Toten zu richten. Die Gläubigen als die rechtmäßigen Teilhaber am ewigen Leben werden in der neuen Schöpfung offenbar und die Ungläubigen der ewigen Verdammnis preisgegeben. 
Wir verwerfen die Lehre, die Vollendung der Welt wäre ein unabsehbar langer innerweltlicher Entwicklungsprozesses.

 

16. Von der Erwählung 
Wir bekennen, dass Gott die Gemeinde Jesu Christi und ihre Glieder vor Grundlegung der Welt allein aus Gnade erwählt hat. 
Wir bekennen, dass Gottes Erwählung die Verantwortlichkeit des Menschen zu Buße und Glaube nicht außer Kraft setzt, sondern die Wahrnehmung dieser Verantwortung erst ermöglicht.
Wir verwerfen die Spekulation, dass Gott die im Unglauben Verharrenden vor Grundlegung der Welt zum Unglauben und zur Verdammnis bestimmt habe. Wir verwerfen alle Versuche, die Spannung zwischen Gottes Souveränität und des Menschen Verantwortung zu einer der beiden Seiten hin aufzulösen.